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Fr 26.8.2011 09.14 Uhr | peter dobrunz | Alle Artikel

Offener Brief an die Parteien im Rat der Gemeinde, sowie an Bgm.  Herrn Volker Bernasko


Gemeinwesen | Sonstiges

Ahlhorn und umzu - -Fraktionen der

im Rat der Gemeinde Großenkneten

vertretenen Parteien

-Bürgermeister

Volker Bernasko

-Redaktion Nord-West-Zeitung

-Redaktion Sonntagszeitung OL

-Redaktion Oldenb. Volkszeitung OV

-Redaktion Münsterl. Tageszeitung MT

-Redaktion Wildeshaus. Zeitung

 

- je besonders -

 

                                                                                                         21-08-2011

 

Lärmschutz für die Ahlhorner Bevölkerung

 

Sehr geehrter Herr Bernasko,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

wie hinlänglich bekannt, beabsichtigt die Flugplatz GmbH mittels 5 unterschiedlicher Bebauungspläne das Areal des ehemaligen Fliegerhorstes zu vermarkten.

Grundsätzlich ist dieses Vorhaben zu begrüßen, wird es doch mittelfristig Arbeitsplätze für die BürgerInnen schaffen und die Gewerbesteuereinahmen für die Gemeinde erhöhen.

 

Gleichwohl bedarf es nach Auffassung unserer Mitglieder „begleitender Maßnahmen“ die frühzeitig (!) seitens der Politik eingeleitet werden müssen.

Hier ist vorrangig der Bereich „Lärmschutz“ zu nennen.

 

Der mittelfristig geplante Autohof wird eine nicht zu unterschätzende Lärmquelle für den aufstrebenden Ort Ahlhorn bilden. Unter Berücksichtigung der herrschenden Windrichtung können die sich bildenden Schallwellen gleichmäßig ausbreiten und ungehindert die Wohnbebauung erreichen.

Bei einem 24 Stunden Betrieb von max. 250 Lkw an 365 Tagen im Jahr eine erschreckende Feststellung (Hinweis: ein KühlLkw verbreitet 97 dB).

 

Es bedarf mithin unterschiedlicher Schallschutzeinrichtungen, um die Ahlhorner Bevölkerung von diesem Szenario zu schützen.

Neben der klassischen Schallschutzwand, oder auch dem Erdwall (Lärmminderung bei 20 – 40 dB) kommt naturgemäß dem „natürlichen Schallschutz“ eine hohe Bedeutung zu.

Hier ist vorrangig der zur Zeit noch bestehende (unterbrochene) Waldgürtel am Ortsrand zu sehen. Wir regen u.a. eine „Veränderungssperre“ für diesen Bereich an.

Für die Sektoren Zufahrt/Abfahrt erscheint uns Flüsterasphalt als absolute Mussforderung.

 

In entgegen gesetzter Richtung zum geplanten Autohof wird der Betreiber nach eigener Aussage über den ertüchtigten Privatgleisanschluss Ganzzüge auf das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes rangieren. Die Projektleiter berichteten von einem Zeitfenster um etwa 03.30 Uhr.

Im Zugrangierbetrieb entstehen Geräusche von 95 dB, die ohne entsprechende Lärmschutzvorkehrungen für die Bevölkerung nicht hinnehmbar sind.

 

Sie erkennen, auch hier ist die Politik gefordert frühzeitig Stellung zu beziehen und den Anwohnern verbindlich aufzuzeigen, wie man gedenkt, einen Schallschutz mit entsprechender Akzeptanz zu installieren.

Unser Verein schlägt in diesem Zusammenhang eine deutliche zeitliche Verlagerung der Zuführung/Abholung vor. So ist im Zeitsektor 08.00 bis etwa 11.00 Uhr die Möglichkeit gegeben, mit geschultem Rangierpersonal einen Ganzzug innerhalb von 30 Minuten vom Hauptgleis Richtung Oldenburg (Überweg Hemannshausen) in den Privatgleisanschluss Flughafen umzusetzen.

Daneben regen die Mitglieder unseres Vereins an, dem Betreiber ausschließlich den Betrieb von Güterwagen mit Verbundstoffsohle vorzuschreiben.

 

Durch die Bündelung verschiedenartigster Lärmquellen im Ort entsteht für die Bevölkerung ein extrem hohes Schutzbedürfnis, das unseres Erachtens weit über das normale Maß hinausgeht.

Wie Ihnen sicherlich geläufig ist, besteht seit geraumer Zeit eine EU Richtlinie „Umgebungslärm“. Die Mitgliedstaaten sind gehalten, diese Weisungen fristgerecht umzusetzen.

So hat u. a. das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz entsprechende Unterlagen für die nachgeordneten Behörden entwickelt (Lärmaktionsplanung).

Zugegeben, wir sind kein Ballungsraum, gleichwohl dürften in Ahlhorn schon heute mehr als 16500 Kfz je 24 Std. durch den Ort fahren und nach dem Abschluss der Bauarbeiten auf der    A 1 dürften ebenfalls über 70.000 Kfz je 24 Std. gezählt werden. Der „Nachtanteil“ von Lkw wird sicherlich über der 50% Marke festzusetzen sein.

(Hinweis: Ab 2013 soll es eine Halbierung der Grenzwerte der EU Richtlinie geben).

 

Folgerichtig lautet unsere Frage: Hat die Gemeinde/Politik sich in der Vergangenheit mit einer Lärmaktionsplanung beschäftigt, oder aber, ist dies in Kürze beabsichtigt?

Wir wissen sehr wohl, dass dieses Instrument ein Freiwilliges ist, dennoch sollten zum Wohl aller Bürger auch die maßgeblichen Entscheidungsträger tätig werden, um die Gemeinde weiterhin nach außen als „lebenswert“ festzuschreiben.  

 

Da unsere „Lärmaufzählung“ noch nicht vollständig ist, geben wir gern den Hinweis, dass die Rennen und Fahrübungen des ADAC ebenfalls in Masse zunehmen werden, dies vor allem (ähnlich zum geplanten MegaSchießstand) von Auswärtigen und an den Wochenenden.

(Hinweis: Lärmgutachten des ADAC stammt aus dem Jahr 1993 (!) und soll einen Spitzenwert von 95 dB enthalten). Ein geplanter Nachtflug sei an dieser Stelle ebenfalls noch kurz erwähnt, genauso wie der Betreiberhinweis, dass die Geschäftsfliegerei zunehmen wird.

 

Schließlich und endlich die G 213.

Unser gemeinnütziger Verein hatte bereits mehrfach auf die gefühlte Mehrung von Transit Lkw hingewiesen. Die in der Presse angeregte Änderung einer vielleicht missverständlichen Beschilderung wurde kurzzeitig erörtert, scheint aber in der Umsetzung „steckengeblieben“ zu sein.

Was unternehmen derzeit die im Rat vertretenen Parteien, um diese Situation kurzfristig zu verbessern?

 Wir regen an, einen "Runden Tisch" mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen PARTEIÜBERGREIFEND ins Leben zu rufen, um diese Thematik frühzeitig genug (!) zu prüfen, zu erörtern und Maßnahmen zum Lärmschutz einzuleiten....



Selbstverständlich wissen auch wir, dass die Ahlhorner Bevölkerung nicht unter einer „Käseglocke“ lebt und hier auch keine „Insel der Glückseeligen“ geschaffen werden soll oder kann. Ansiedlung von Industrie und Gewerbe ist in der Regel mit weit reichenden Veränderungen verbunden. Die Akzeptanz zur Veränderung dürfte zweifellos gegeben sein, sofern sich alle Beteiligten nicht nur wirtschaftlichen Interessen hingeben, sondern auch das verbriefte Recht der Bürger auf eine körperliche Unversehrtheit beachten.

 

Die Vielzahl der vorhandenen, entstehenden und wachsenden Lärmquellen im Ort wird sonst die Wohnqualität in Ahlhorn herabsetzen, den Zuzug mindern und die gesamthafte Attraktivität herabstufen, sofern nicht jetzt (!) Maßnahmen der Gegensteuerung durch die Verantwortlichen eingeleitet (und nicht nur diskutiert) werden.

 

Nein, mit „Wahlkampf“ hat unsere Anfrage nichts zu tun, im Gegenteil. Der Verein für Lebensqualität hat gemäß Satzung die Selbstverpflichtung, Belange des Umwelt- und Bürgerschutzes, insbesondere des Lärmschutzes, zu verfolgen. Dieser Verantwortung stellen wir uns seit Jahren.

 

Mit freundlichen Grüssen

Peter Dobrunz


Verein für Lebensqualität in Ahlhorn e V 

Schlagworte: Leben in der Gemeinde geht uns alle an

Geschrieben auf: mein-grossenkneten.de



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